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  • AutorenbildAnna Winter

Barbara Füreder-Kitzmüller stellt sich vor!

Erzähle uns etwas von dir und deinem Projekt!

Ich heiße Barbara Füreder-Kitzmüller und wohne mit Familie samt 4 Kaninchen und 2 Katzen am Linzer Pöstlingberg. Dort schreibe und zeichne ich die Geschichten von Gwendolyn Glühwürmchen® und ihren Freundinnen und Freunden. Ich habe also kein klassisches Unternehmen, sondern werke als selbständige Autorin und Zeichnerin inmitten meines kreativen Chaos. Mittlerweile sind 5 von 8 Abenteuer als Lese- und Hörbücher erhältlich. Weitere 3 harren ihrer Veröffentlichung. Das Ziel meines Projekts „PITANamondo®“ ist es, die Bücher ALLEN Kindern zur Verfügung stellen zu können. Also auch Kindern mit Beeinträchtigung des Hör- und Sehvermögens und Kindern, die sich mit der österreichischen (!) Sprache schwer tun – sei es jetzt wg. Legasthenie, Migrationshintergrund, weil sie das Lesen gerade erst lernen oder aus welchem anderen Grund auch immer. Die Lesebücher gibt es bereits als print-on-demand, „normale“ e-Books und als zertifiziert barrierefreie pdfs, die Hörbücher als Downloads und CDs. Doch für die Übersetzungen in Gebärdenvideos, in Einfache Sprache und in Brailleschrift durch meine Partnerunternehmen benötige ich Unterstützung. Mehr Infos gibt es unter www.pitanamondo.at.


Wie kam es zu der Idee für dein Projekt?

Dass ich die Geschichten als Hör- und als Lesebücher herausgebe, ist von Anfang an klar gewesen. Bei meiner Suche nach Partner:innen bin ich auf eine Brailledruckerei in NÖ gestoßen und auf einen Wiener Hörbuchverlag, dessen Chefin selbst erblindet ist und sich für Barrierefreiheit einsetzt. Da ist mir erstmals bewusst geworden, wie wenig Angebot an Büchern es für Kinder mit eingeschränktem Hör- oder Sehvermögen es gibt. Auch die Anzahl von Büchern für Kinder, denen „normale“ Texte zu kompliziert sind, die aber mit Bilderbüchern nichts mehr anfangen können, ist sehr mager. Durch persönliche Kontakte und mehrere Zufälle habe ich dann capito NÖ, ÖGS barrierefrei und die barrierefrei pdf OG für mein Projekt „PITANamondo®“ gewinnen können.


Welche Person inspiriert dich am meisten?

Eindeutig meine 11jährige Tochter. Sie hat schon im Kindergarten auf gut österreichisch „Meldungen geschoben“, die die ganze Familie ob ihres Wortwitzes und ihrer Logik verblüfft haben. Etwa, dass unauffindbares Spielzeug schwimmen gegangen sei. Irgendwann haben wir verstanden, dass sie das auf unsere Aussage „Das wird schon wieder auftauchen!“ bezogen hat: Auftauchen geht nur während des Schwimmens. Ich versuche daher, meine Geschichten aus einer kindlichen Perspektive zu schreiben, inklusive Ums-Eck-Denken und des Kreierens nur vordergründig komischer Wörter. Meine Tochter ist bis heute meine strengste Kritikerin. Sie sagt mir klipp und klar, wenn ihr eine Handlung oder eine Formulierung nicht gefällt. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.


Hast du 3 Tipps, wie du die Balance zwischen Arbeit und Privatleben hältst?

Computer abdrehen, wenn die Familie zu Hause ist, Zeichensachen in der Freizeit wegräumen und Mails nicht mehr abrufen.

Aber im Ernst: Diese Tipps sind eher Theorie, das schaffe ich nur selten. Mein Handy habe ich fast immer bei mir, damit ich Einfälle, die mich oft wie der Blitz treffen, zeitnah abspeichern kann. Die besten Ideen habe ich nämlich unter der Dusche, in der Natur oder auch beim Putzen des 10m2-Outdoor-Kaninchenstalls. Allerdings versuche ich, in der Freizeit nur Sachen zu erledigen, die keinen Stress verursachen – Organisatorisches ist dann tabu.

Da mich zB Zeichnen entspannt, ist das va bei Schlechtwetter „erlaubt“. Und so liegen Papier, Stifte und Tablet nur allzu oft entgegen meines Tipps oben im ganzen Wohnzimmer herum.


Dein Lieblingsprodukt aus deinem Sortiment ist…?

Für bestehende Produkte ist das schwer zu beantworten, da mir alle Geschichten ans Herz gewachsen sind. Ergänzend zu ihnen möchte ich aber bald Merchandising-Produkte mit Gwendolyn Glühwürmchen® und ihren Freundinnen und Freunden auf den Markt bringen. Ich bin gerade am Tüfteln, wie sich T-Shirts, Jausenboxen, Häferl, Seifen ua für Kinder bio, nachhaltig, kostengünstig und mit möglichst geringem Aufwand herstellen lassen. Am wichtigsten ist mir dabei die Arbeit an den T-Shirts. Im Idealfall können sie sich Farbe, Motiv und Hintergrund aussuchen und auch ihren Namen aufdrucken lassen.


Wenn du in die Zukunft blickst, was sind deine Wünsche bzw. Ziele für dein Projekt?

Wie beschrieben: Geschichten ALLEN Kindern zugänglich machen zu können – später auch als Blog. Für die Übersetzungen in Gerbärdensprache, Einfache Sprache und Braille habe ich wie für die Herstellung der barrierefreien pdfs zertifizierte Partner:innen gefunden. Doch fürs Erteilen der Aufträge fehlt das Geld. Zudem nützen barrierefreie Bücher nichts, wenn nicht über eine selbst barrierefreie Website auf sie zugegriffen werden kann. Auch das kostet. Leider gibt es in Österreich keine Förderungen für Autor:innen, die barrierefrei zugängliche Versionen ihrer Bücher veröffentlichen wollen, selbst aber keine Einschränkungen haben. Auch die Herstellung von Büchern in Einfacher Sprache, mit denen Kinder unsere Sprache besser üben könnten, findet keine Unterstützung. Ich wünsche mir von Politik und Gesellschaft, dass sich das bald ändert, damit „Inklusion“ und „Integration“ hier keine leeren Schlagworte bleiben. Ich bin gern bereit, mit meinen Anliegen an die Öffentlichkeit zu gehen und freue mich über Aufmerksamkeit. Sollten meine Wünsche in Erfüllung gehen und ich meine Ziele erreichen, wäre es toll, wenn andere Autor:innen ihre Bücher ebenfalls barrierefrei anbieten würden.




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